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Harnsteine und Ernährung beim Hund

Mit wichtigen Unterschieden zur Katze

Wichtiger Hinweis

Harnabsatzstörungen können ein Notfall sein. Häufige erfolglose Harnabsatzversuche, starke Schmerzen, Erbrechen, Apathie oder fehlender Harnabsatz erfordern sofortige tierärztliche Behandlung. Ernährung ist Teil der Therapie und Rezidivprophylaxe, ersetzt aber weder Diagnostik noch die Entlastung eines Harnwegsverschlusses. [1,3]

Kurzfassung

„Harnstein“ ist keine einheitliche Diagnose. Struvit, Calciumoxalat, Urat, Cystin und Xanthin entstehen unter unterschiedlichen Bedingungen; deshalb können Ansäuerung, Alkalisierung, Mineralstoffanpassung oder Medikamente je nach Steintyp sinnvoll, wirkungslos oder nachteilig sein. Die Ernährung muss sich an Spezies, Steinart, Lokalisation, Begleiterkrankungen und Harnbefunden orientieren. [1,2,3,9]

  • Struvit ist beim Hund überwiegend infektionsassoziiert; bei der Katze ist Struvit meist steril. Diese Unterscheidung bestimmt insbesondere den Einsatz von Antibiotika. [1,3,4]
  • Calciumoxalat kann bei Hund und Katze nicht medizinisch aufgelöst werden. Nach Entfernung oder bei vertretbarem kontrolliertem Abwarten stehen Harnverdünnung, Vermeidung einer unnötigen Ansäuerung und die Abklärung prädisponierender Erkrankungen im Vordergrund. [1,2,3]
  • Urat und Cystin können in ausgewählten Fällen beim Hund medizinisch aufgelöst werden; für Katzen ist die Evidenz deutlich schwächer. [1]
  • Ein Steinbefund ist nicht mit Kristallurie gleichzusetzen. Kristalle können ohne Stein vorkommen, und Steine können ohne passende Kristalle im Sediment vorliegen. [3]
  • Für fast alle nicht infektionsbedingten Steinarten ist eine höhere Wasseraufnahme mit niedrigerer Harnkonzentration eine zentrale, biologisch plausible und konsensgestützte Maßnahme. [1,2]

Diagnose vor Diät

Gut belegt

Die quantitative Analyse eines gewonnenen oder spontan abgegangenen Urolithen ist die verlässlichste Methode zur Bestimmung von Mineralzusammensetzung und Schichtung. Sie ist jedoch nicht immer vor Therapiebeginn verfügbar. In solchen Fällen kann eine begründete Verdachtsdiagnose aus Spezies und Signalement, Röntgendichte und Form, Lokalisation, Urin-pH, frischem Sediment, Urinkultur und Begleiterkrankungen abgeleitet werden; der Verlauf muss bildgebend kontrolliert werden. [1,3]

Quantitative Steinanalyse

Nutzen: Bestimmt Mineralanteile und Schichtung; Grundlage der gezielten Metaphylaxe.

Wichtige Grenze: Erst möglich, wenn Material gewonnen wurde.

Bildgebung

Nutzen: Zeigt Zahl, Größe, Lage und Röntgendichte; kontrolliert eine Auflösung.

Wichtige Grenze: Die Zusammensetzung lässt sich meist nur vermuten, nicht sicher beweisen.

Vollständige Urinuntersuchung

Nutzen: Spezifisches Gewicht, pH und zeitnahes Sediment liefern Verlaufs- und Risikohinweise.

Wichtige Grenze: Kristalltyp und Steintyp stimmen nicht zuverlässig überein; Lagerung verändert Befunde.

Aerobe Urinkultur

Nutzen: Unterscheidet sterile von infektionsassoziierten Situationen und ermöglicht gezielte Antibiotikawahl.

Wichtige Grenze: Sediment, Nitrit-Test oder pH ersetzen die Kultur nicht.

Blutuntersuchung

Nutzen: Sucht u. a. Hyperkalzämie, Nieren- und Lebererkrankungen sowie Hinweise auf portosystemische Anomalien.

Wichtige Grenze: Umfang ist patientenbezogen festzulegen.

Zum Vergleich: Katze

Bei Katzen mit Symptomen des unteren Harntrakts ist außerdem zu beachten, dass die feline idiopathische Zystitis häufig ist und keine bakterielle Erkrankung darstellt. Eine „Urinary“-Diät oder ein Antibiotikum darf daher nicht die Ursachenklärung ersetzen. [3,4]

Hund und Katze

Struvit

Hund: Meist mit ureasebildender Harnwegsinfektion verbunden.

Katze: Meist steril; Infektionen sind insbesondere bei sonst gesunden jüngeren Katzen ungewöhnlich.

Antibiotika

Hund: Nur bei nachgewiesener oder stark begründet vermuteter bakterieller Beteiligung; Auswahl möglichst kultur- und empfindlichkeitsbasiert.

Katze: Bei sterilem Struvit und FIC nicht angezeigt; bei klinischer UTI kulturgeleitet.

Calciumoxalat

Hund: Nicht auflösbar; Rezidivrisiko erfordert Kontrollen.

Katze: Nicht auflösbar; Hyperkalzämie ist gezielt abzuklären.

Urat/Cystin

Hund: Medizinische Auflösung ist in geeigneten Fällen möglich.

Katze: Datenlage zur Auflösung ist begrenzt; Entscheidungen besonders zurückhaltend und individuell.

Ziel der Harnverdünnung

Hund: Bei CaOx, Urat und Cystin häufig USG ≤ 1,020 als Orientierungswert.

Katze: Bei CaOx, Urat und Cystin häufig USG < 1,030 als Orientierungswert.

Begrenzte Evidenz

Hinweis: Die USG-Ziele stammen aus Konsensempfehlungen und sind Orientierungswerte, keine universellen Grenzwerte für jeden Patienten. Begleiterkrankungen und Probenbedingungen sind zu berücksichtigen. [1]

Struvit

Gut belegt

Struvit besteht aus Magnesium-Ammonium-Phosphat. Bei Hunden entsteht es meist im Zusammenhang mit ureasebildenden Bakterien; bei Katzen sind Struviturolithen dagegen überwiegend steril. Vermutete Struvitsteine sollten bei geeigneter Lage und fehlender Obstruktion in der Regel medizinisch aufgelöst werden, statt sie routinemäßig operativ zu entfernen. [1,3,5]

Hund

Bei infektionsassoziiertem Struvit kombiniert die Auflösung eine geeignete struvitolytische Diät mit der Behandlung der bakteriellen Infektion. Die Diät senkt die relative Übersättigung, begrenzt relevante Vorstufen, fördert verdünnten Harn und erzeugt einen für Struvit ungünstigeren pH. Urinkultur und Empfindlichkeitsprüfung steuern die Antibiotikawahl; Sediment und pH allein reichen dafür nicht aus. [1,2,4,5]

Die ältere Empfehlung, Antibiotika während der gesamten Auflösungsphase und darüber hinaus zu geben, wurde durch neuere Antibiotic-Stewardship-Empfehlungen relativiert. Die Dauer soll heute anhand klinischer Infektion, Kultur, Rückfallrisiko und Therapieverlauf tierärztlich festgelegt werden; eine unnötig lange Behandlung ist zu vermeiden. [4]

Zum Vergleich: Katze

Katze

Bei Katzen erfolgt die Auflösung steriler Struvitsteine mit einer dafür validierten Alleindiät, die Magnesium und Phosphor kontrolliert, den Urin moderat ansäuert und die Harnverdünnung unterstützt. Antibiotika sind nur bei bestätigter bakterieller Infektion erforderlich. Die Steinverkleinerung sollte in kurzen Abständen bildgebend dokumentiert werden; bleibt sie aus, sind Fütterungstreue und Verdachtsdiagnose zu prüfen. [1,3]

Nach erfolgreicher Behandlung ist beim Hund die Kontrolle und Vermeidung erneuter Harnwegsinfektionen entscheidend. Bei der Katze steht bei sterilem Struvit eine geeignete Erhaltungsdiät mit ausreichender Wasseraufnahme im Vordergrund. [1,3]

Calciumoxalat

Gut belegt

Calciumoxalatsteine können weder beim Hund noch bei der Katze durch Futter oder Medikamente aufgelöst werden. Symptomatische, obstruktionsgefährdende oder problematisch gelegene Steine müssen entfernt oder mittels geeigneter interventioneller Verfahren behandelt werden. Klinisch unauffällige Blasensteine, die voraussichtlich keine Obstruktion verursachen, können in ausgewählten Fällen unter enger bildgebender Kontrolle beobachtet werden. [1,3,9]

  • Wasseraufnahme erhöhen: Bevorzugt Feuchtnahrung oder ausreichend Wasser zum Futter; Ziel ist ein möglichst verdünnter Harn. [1,2]
  • Unnötige Ansäuerung vermeiden: Stark saurer Harn ist mit Calciumoxalatrisiko verbunden. Bei persistierend saurem Harn kann der Tierarzt Kaliumcitrat erwägen. [1,3]
  • Ursachen prüfen: Gesamt- und ionisiertes Calcium sowie weitere Diagnostik je nach Befund; bei Katzen ist Hyperkalzämie besonders relevant. [1,3]
  • Keine pauschale starke Calciumrestriktion: Zu wenig Calcium kann die intestinale Oxalataufnahme erhöhen; auch eine übermäßige Calciumzufuhr und ungezielte Supplemente sind zu vermeiden. [3,9]
  • Keine hoch dosierten Vitamin-C-Zusätze ohne Indikation; Vitamin C kann als Oxalatvorstufe relevant sein. [9]
  • Bei häufigen Rezidiven können unter tierärztlicher Kontrolle Thiazide erwogen werden; die Evidenz für die Verhinderung klinischer Rezidive bleibt begrenzt. [1,3]
Begrenzte Evidenz

Evidenzgrenze
Viele Empfehlungen zur Calciumoxalatprophylaxe beruhen auf Pathophysiologie, epidemiologischen Assoziationen, Urinparametern und relativer Übersättigung. Gut kontrollierte Langzeitstudien mit tatsächlichen Steinrezidiven als Endpunkt fehlen weitgehend. [1,2]

Urat

Uratsteine entstehen bei erhöhter Ausscheidung von Harnsäure beziehungsweise Ammoniumurat. Wichtige Ursachen sind genetische Hyperurikosurie durch Varianten des Urattransporters SLC2A9, besonders bekannt beim Dalmatiner und einigen weiteren Rassen, sowie portosystemische Gefäßanomalien oder schwere Leberfunktionsstörungen. Es handelt sich daher nicht nur um ein Fütterungsproblem. [1,6,9]

  • Grunderkrankung behandeln: Eine portosystemische Anomalie ist diagnostisch abzuklären und, wenn möglich, gezielt zu behandeln. [1,3]
  • Purinaufnahme begrenzen: Entscheidend ist der Puringehalt der Ration, nicht allein der Rohproteingehalt. Eine pilotierte Hundestudie zeigt, dass eine purinreduzierte Ration auch mit moderaterem Proteinniveau möglich sein kann. [6]
  • Harn verdünnen und Säurelast vermeiden: Hohe Feuchtigkeit und gegebenenfalls kontrollierte Alkalisierung erhöhen die Löslichkeit beziehungsweise senken die Konzentration relevanter Metabolite. [1,2]
  • Allopurinol nur gezielt: Es kann bei geeigneten Hunden die Auflösung unterstützen, erhöht aber ohne konsequente Purinbegrenzung das Risiko für Xanthinsteine. Bei unkorrigierter portosystemischer Anomalie und bei Katzen ist die Nutzen-Risiko-Abwägung besonders sorgfältig. [1]
Zum Vergleich: Katze
Begrenzte Evidenz

Beim Hund kann eine medizinische Auflösung in geeigneten Fällen versucht werden. Für Katzen sind die Daten zur Uratsteinauflösung sehr begrenzt; eine Übertragung von Hundedaten sollte deshalb als Extrapolation kenntlich gemacht werden. [1,3]

Cystin

Cystinurie beruht auf einer gestörten tubulären Rückresorption von Cystin und weiteren dibasischen Aminosäuren. Die Erkrankung ist genetisch heterogen; bei einem Teil der männlichen Hunde ist sie androgenabhängig, bei anderen Formen nicht. Eine Kastration kann deshalb bei betroffenen Rüden sinnvoll sein, wirkt aber nicht in jedem Genotyp und ist für Katzen nicht entsprechend belegt. [1,10]

  • Harnvolumen erhöhen und konzentrierten Harn vermeiden. [1,2]
  • Urin unter Kontrolle alkalisieren, weil Cystin bei höherem pH besser löslich ist. [1]
  • Sehr proteinreiche, besonders methioninreiche Rationen vermeiden; zugleich muss die Ration bedarfsdeckend bleiben. [1,2]
  • Eine hohe Natriumzufuhr vermeiden; die Datenbasis ist teilweise aus der Humanmedizin extrapoliert. [1]
  • Bei unzureichender Kontrolle oder Rezidiven kann Tiopronin eingesetzt werden; mögliche Nebenwirkungen und die schwache Datenlage, besonders bei Katzen, erfordern engmaschige tierärztliche Überwachung. [1]

Cystinsteine können beim Hund in ausgewählten, nicht obstruktiven Situationen medizinisch aufgelöst werden. [1]

Xanthin

Gut belegt

Xanthinsteine sind selten, aber bei Hunden unter Allopurinol relevant, beispielsweise während der Behandlung einer Leishmaniose. Allopurinol hemmt die Xanthinoxidase; dadurch können Xanthinurie, renale Mineralisation und Urolithiasis entstehen. In einer retrospektiven Fallserie zeigten 42 von 320 behandelten Hunden entsprechende unerwünschte Harnbefunde, was die Notwendigkeit einer Kontrolle unterstreicht. [7]

  • Purinreduzierte Ration: Kommerzielle Futtermittel unterscheiden sich erheblich im analytisch gemessenen Puringehalt; „proteinarm“ ist nicht automatisch „purinarm“. [8]
  • Wasseraufnahme fördern und Urin regelmäßig kontrollieren; bei Kristallen oder Steinen ist eine Bildgebung zu erwägen. [2,7]
  • Medikation tierärztlich prüfen: Dosis, Dauer und fortbestehende Indikation von Allopurinol dürfen nicht eigenmächtig verändert werden. [7]
  • Keine pH-Scheinlösung: Xanthin ist über einen breiten physiologischen pH-Bereich schlecht löslich; die zentralen Maßnahmen sind Purinbegrenzung, Harnverdünnung und gegebenenfalls Anpassung der Ursache beziehungsweise Medikation. [9]

Praktische Fütterungsprinzipien

  1. Steintyp und Behandlungsziel festlegen: Auflösung, Rezidivprophylaxe oder beides. Ein Futter zur Auflösung ist nicht automatisch als lebenslange Erhaltungsration gedacht.
  2. Eine vollständige und bedarfsdeckende Ration wählen. Bei selbst zubereiteten Rationen ist eine fachkundige Rationsberechnung erforderlich; das bloße Weglassen „verdächtiger“ Zutaten reicht nicht.
  3. Wasser über das Futter zuführen: Feuchtnahrung nutzen oder Wasser schrittweise beimischen, sofern Akzeptanz, Erkrankungen und hygienische Handhabung dies erlauben. [1,2]
  4. Während einer medizinischen Auflösung die verordnete Diät konsequent und exklusiv füttern. Leckerchen, Kauartikel und Ergänzungen können Mineralstoff-, Purin- und pH-Ziele verändern.
  5. Erfolg messen: Klinische Symptome, Körpergewicht, vollständiger Urinstatus, Kultur bei Indikation und Bildgebung nach tierärztlichem Plan kontrollieren. [1,3,4]
  6. Begleiterkrankungen priorisieren: Herz-, Nieren- oder Lebererkrankungen können eine hohe Natriumzufuhr, Alkalisierung, Ansäuerung oder bestimmte Diäten ungeeignet machen. [1,2]

pH richtig einordnen

Begrenzte Evidenz

Der Harn-pH ist ein nützlicher Verlaufsparameter, aber kein alleiniger Diagnosetest. Er schwankt unter anderem mit Fütterungszeit, Zusammensetzung der Ration, Stress, Probenalter und bakterieller Aktivität. Ein einzelner Teststreifenwert beweist weder eine Steinart noch eine Harnwegsinfektion. Für belastbare Entscheidungen sind frische Proben, standardisierte Entnahmezeitpunkte und die Einordnung zusammen mit spezifischem Gewicht, Sediment, Kultur und Bildgebung erforderlich. [1,3]

Ansäuernde oder alkalisierende Ergänzungen sollten nicht auf Verdacht gegeben werden. Eine zu starke Ansäuerung kann Calciumoxalat begünstigen; eine übermäßige Alkalisierung kann andere Mineralphasen fördern. Zielwerte sind stein- und patientenspezifisch und müssen kontrolliert werden. [1,2,3]

Kontrollen und Warnzeichen

Der Kontrollplan richtet sich nach Steinart, Lokalisation, gewählter Therapie, Infektionsstatus und Rezidivrisiko. Während einer Auflösung sind wiederholte Bildgebung und Urinkontrollen nötig; nach erfolgreicher Behandlung helfen periodische Kontrollen, kleine Rezidive früh zu erkennen. [1,3,5]

  • Sofortige Vorstellung: kein oder nur tropfenweiser Harnabsatz, wiederholtes Pressen, starke Schmerzen, Erbrechen, Schwäche oder Apathie.
  • Zeitnahe Kontrolle: Blut im Urin, häufiges Urinieren, Unsauberkeit, wiederkehrende Beschwerden, neu auftretende Kristallurie oder auffälliger Uringeruch.
Zum Vergleich: Katze

Bei Katzen mit wiederkehrenden unteren Harnwegssymptomen auch FIC, Stressoren und Umweltfaktoren berücksichtigen; Antibiotika sind ohne Infektionsnachweis meist nicht die Lösung. [3,4]

Wie gut ist die Evidenz?

Die veterinärmedizinische Evidenz ist je nach Aussage unterschiedlich stark. „Konsensgestützt“ bedeutet nicht automatisch, dass randomisierte Langzeitstudien vorliegen; das ACVIM-Papier weist ausdrücklich darauf hin, bei Datenlücken auch Expertenwissen und teilweise Humanliteratur heranzuziehen. [1]

Gut belegt

Relativ gut abgesichert: fehlende medizinische Auflösbarkeit von Calciumoxalat; medizinische Auflösung von Struvit bei geeigneten Fällen; Bedeutung von Steinanalyse, Bildgebung und Urinkultur; Risiko von Xanthin unter Allopurinol. [1,3,5,7]

Begrenzte Evidenz

Überwiegend konsens- und surrogate-endpoint-basiert: konkrete pH- und USG-Ziele, viele Nährstoffanpassungen und die Nutzung relativer Übersättigung als Erfolgsmarker. [1,2]

Begrenzte Evidenz

Begrenzt: Langzeit-Rezidivprävention bei Calciumoxalat, Auflösung von Urat und Cystin bei Katzen sowie genaue optimale Zusammensetzung selbst zubereiteter Rationen. [1,2,3]

Quellen und fachlicher Stand

Fachlich geprüft: September 2026

[1] Lulich JP, Berent AC, Adams LG, Westropp JL, Bartges JW, Osborne CA. ACVIM Small Animal Consensus Recommendations on the Treatment and Prevention of Uroliths in Dogs and Cats. J Vet Intern Med. 2016;30:1564–1574. doi:10.1111/jvim.14559.

[2] Quéau Y. Nutritional Management of Urolithiasis. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2019;49(2):175–186. doi:10.1016/j.cvsm.2018.10.004.

[3] Taylor S, Boysen S, Buffington T, et al. 2025 iCatCare consensus guidelines on the diagnosis and management of lower urinary tract diseases in cats. J Feline Med Surg. 2025;27(2):1098612X241309176. doi:10.1177/1098612X241309176.

[4] Weese JS, Blondeau J, Boothe D, et al. ISCAID guidelines for the diagnosis and management of bacterial urinary tract infections in dogs and cats. Vet J. 2019;247:8–25. doi:10.1016/j.tvjl.2019.02.008.

[5] Wingert AM, Murray OA, Lulich JP, et al. Efficacy of medical dissolution for suspected struvite cystoliths in dogs. J Vet Intern Med. 2021;35(5):2287–2295. doi:10.1111/jvim.16252.

[6] Westropp JL, Larsen JA, Johnson EG, et al. Evaluation of dogs with genetic hyperuricosuria and urate urolithiasis consuming a purine restricted diet: a pilot study. BMC Vet Res. 2017;13:45. doi:10.1186/s12917-017-0958-y.

[7] Torres M, Pastor J, Roura X, et al. Adverse urinary effects of allopurinol in dogs with leishmaniasis. J Small Anim Pract. 2016;57(6):299–304. doi:10.1111/jsap.12484.

[8] Kaempfle M, Bergmann M, Koelle P, Hartmann K. High Performance Liquid Chromatography Analysis and Description of Purine Content of Diets Suitable for Dogs with Leishmania Infection during Allopurinol Treatment—A Pilot Trial. Animals. 2023;13(19):3060. doi:10.3390/ani13193060.

[9] Bartges JW, Callens AJ. Urolithiasis. Vet Clin North Am Small Anim Pract. 2015;45(4):747–768. doi:10.1016/j.cvsm.2015.03.001.

[10] Kovaříková S, Maršálek P, Vrbová K. Cystinuria in Dogs and Cats: What Do We Know after Almost 200 Years? Animals. 2021;11(8):2437. doi:10.3390/ani11082437.

Redaktioneller Hinweis: Diese Fassung ist eine evidenzorientierte Fachinformation, keine individuelle Therapieanweisung. Arzneimittel, Harn-pH-Modifikation, Auflösungsdiäten und selbst zubereitete Rationen gehören in tierärztliche beziehungsweise qualifiziert ernährungsmedizinische Begleitung.